Strauß
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00:00:00: Straus Strausse, Struteo, sind eine Gattung großer, flugunfähiger Vögel.
00:00:07: Sie gehören zur Familie Struteoni Dai und zur Ordnung Struteoni Formis.
00:00:13: Beide gelten heute als jeweils nur diese Gattung umfassend.
00:00:17: Die Vögel leben in relativ trockenen Regionen Afrikas.
00:00:21: Früher kamen sie auch auf der arabischen Halbinsel vor, dort wurden sie in den nineteenhundertsechziger Jahren ausgerottet.
00:00:29: Man unterscheidet heute zwei Arten, den afrikanischen Strauß, strutio camelus und den somali Strauß strutio molyptophanes.
00:00:40: Kennzeichen sind ihre enorme Körpergröße, der große stämmige Körper, der lange weitgehend unbefiederte Hals, die langen Beine und der kleine Kopf.
00:00:53: Einmalig bei den Vögeln ist, dass ihre Füße nur noch zwei Zehen haben.
00:00:58: Das ist eine Anpassung an das Leben in offenen Landschaften und ermöglicht hohe Laufgeschwindigkeiten.
00:01:06: Strauze leben in lockeren Verbänden, sind meist tagaktiv und ernähren sich überwiegend von Pflanzen.
00:01:14: Die Fortpflanzung beginnt zu Beginn der Regenzeit.
00:01:19: Hennen und Hähne paaren sich oft mit mehreren Partnern.
00:01:23: Die Brutdauer beträgt rund sieben Wochen.
00:01:26: Es gibt auch viele fossile Arten aus Afrika, Asien und Europa sowie früher mehrere Gattungen innerhalb der Familie.
00:01:34: Gattung und Familie sind seit dem unteren Miozen in Afrika nachweisbar.
00:01:38: Die ersten Funde in Eurasien stammen aus dem mittleren Miozen.
00:01:43: Im Pliocen und Pleistocen war die Vielfalt größer.
00:01:47: Die eurasischen Linien starben später aus.
00:01:50: Einige frühe Formen gehören zu den größten bekannten Vögeln.
00:01:55: Näheren Verwandtschaft, mehrere Familien, so lässt sich die Stammesgeschichte bis ins Paleogen zurückverfolgen.
00:02:02: Die Gattung wurde seventeenhundertachtundfünfzig wissenschaftlich benannt, Menschen kannten Strauße aber schon seit Jahrtausenden.
00:02:12: Strauße tauchen in Felsmalereien und Gravuren auf und hatten in Kulturen wie dem alten Ägypten symbolische und dekorative Bedeutung.
00:02:24: Die moderne wirtschaftliche Nutzung begann Mitte des neunzehnten Jahrhunderts im südlichen Afrika.
00:02:30: Zunächst standen Straußenfedern im Vordergrund, heute werden verstärkt Straußenfleisch und Straußenleder genutzt.
00:02:39: Merkmale.
00:02:41: Habitus.
00:02:43: Die größten Vögel, die auf unserem Planeten leben, sind die Strauße.
00:02:48: Männchen werden bis zu zweihundertfünfundsiebzig Zentimeter hoch und können bis zu einhundertsechsundfünfzig Kilogramm wiegen.
00:02:57: Weibchen sind mit einhundert fünfundsiebzig bis einhundert neunzig Zentimeter deutlich kleiner und wiegen neunzig bis einhundert zehn Kilogramm.
00:03:06: Ihr Körper ist oval und liegt waagerecht.
00:03:10: Die Beine sind lang und unbefiedert.
00:03:12: Die Füße haben nur zwei nach vorn gerichtete dicke Zehen.
00:03:16: Diese Zweizähigkeit ist bei Vögeln einzigartig.
00:03:20: Die innere Zehe ist deutlich größer und trägt eine kräftige Kralle.
00:03:25: Die äußere Zehe ist klein, Krallen los und dient vor allem der Stütze.
00:03:31: Auf den Zehen und dem Unterbein liegen große verhornte Polster, an der Fußsohle schützt ein festes Hautpolster.
00:03:39: Rückseitig am oberen Unterschenkel gibt es ein zusätzliches Polster zur Abfederung beim Sitzen.
00:03:46: Die Flügel sind zurückgebildet, weshalb Strauße nicht fliegen.
00:03:51: Die Schwung und Steuerfedern dienen vor allem als Schmuck und Signalwirkung.
00:03:57: Die Spitzen der Alula am Daumen sind verhornt und hakenartig.
00:04:01: Das Gefieder der Männchen ist überwiegend schwarz, das der Weibchen graubraun.
00:04:07: Beide Geschlechter besitzen weiße Handschwingen, bei den Hähnen ist außerdem der Schwanz weißlich.
00:04:13: Anders als bei vielen anderen Vögeln haben die Federn gleich lange Federste beidseitig des Schafz.
00:04:20: Die Federn sind nicht gleichmäßig verteilt, sondern in bestimmten Reihen angeordnet.
00:04:26: Die großen Flügelfedern sind vierundsechzig bis vierundachtzig Zentimeter lang, gemessen über die Krümung des Schafz und wiegen etwa zweihundertfünfundvierzig Gramm.
00:04:38: Der Kopf ist klein, der Hals lang und nur in den oberen zwei Dritteln schwach befiedert.
00:04:45: Die Augen haben eine axiale Länge von neununddreißig Millimetern.
00:04:49: Sie sind damit relativ groß und gehören zu den größten bei Landwirbeltieren.
00:04:53: Bei Vögeln stehen sie am weitesten auseinander.
00:04:57: Der Schnabel ist kurz, flach und breit.
00:05:00: Bei Straußen bildet sich ein gut ausgeprägtes Unterhautfettgewebe.
00:05:05: Skelett.
00:05:07: Der Schädel des Strausses ist pyramidenförmig, mit einem schmalen Gesichtsteil vorn und einem breiten Hinterhaupt.
00:05:15: Er besteht aus einzelnen und parigen Knochen.
00:05:19: Gesichts- und Hirnschädel werden durch große Augenhöhlen getrennt.
00:05:24: Fast alle Knochen des Hirnschädels sind pneumatisiert, und haben Luftkammern.
00:05:30: Das Stirnbein bildet den größten Teil des Schädeldachs, das Scheitelbein schließt hinten ab.
00:05:37: Das Hinterhauptbein sitzt an der Schädelbasis, deshalb liegt das Vorrahmenmagnum weiter unten als bei Gänsen und Enten.
00:05:45: Das Jochbein ist ein dünner, starbförmiger Knochen, vorne mit dem Jochfortsatz des Oberkiefers und hinten mit dem Ostquadratojugale verbunden.
00:05:55: Dieser Knochenstab, der Arcusjugalis, verbindet den Oberkiefer mit dem Quadratbein.
00:06:02: Der Oberkiefer ist kurz.
00:06:04: Der Mittelkieferknochen ist groß und hat drei spährartige Fortsätze, die den oberen Schnabel formen.
00:06:11: Der Unterkiefer ist V-förmig mit zwei nach außen gebogenen Ästen, die in einer breiten Symphüse zusammenlaufen.
00:06:20: Er besteht aus vier Knochen, ähnlich wie bei Emus, aber anders als bei Tauben und Hühnern.
00:06:26: Die Wirbelsäule umfasst sechsundfünfzig einzelne Wirbel, manchmal plus oder minus drei, davon achtzehn Halswirbel.
00:06:35: Im Schultergürtel ist das Schulterblatt sehr klein und starbförmig, das Schlüsselbein fehlt.
00:06:41: Das Brustbein wirkt von außen fast quadratisch und trägt keinen kielförmigen Brustbeinkamm, der bei flugfähigen Vögeln Platz für starke Brustmuskeln bietet.
00:06:52: Dieses flache Brustbein gab den flugunfähigen Laufvögeln früher die Bezeichnung Ratitei.
00:06:59: Das Becken ist ein massiver Teil des Skeletts und besteht aus drei Knochen.
00:07:04: Nur im Bereich des Darmbeins, das bis zu sechzig Zentimeter lang sein kann, besteht eine Verbindung zur Wirbelsäule.
00:07:12: Sitzbein und Schambein sind spangenartig.
00:07:14: Das Schambein reicht seitlich weit und überragt nach hinten auch das Sitzbein, anders als beinandus.
00:07:21: und beide verschmelzen in einer Symphüse.
00:07:25: Das Becken ist zur Bauchseite offen und bildet nach oben hin einen dachförmigen Schutz für Unterleib und Eier.
00:07:31: Die Hinterbeine sind robust.
00:07:35: Pneumatisierungen kommen bei Straußen vor allem am Oberschenkelknochen vor.
00:07:40: Zwischen Oberschenkelknochen und Tibiotarsus liegen zwei Kniescheiben, eine obere und eine untere.
00:07:48: Tibiotarsus und Tarsometatarsus haben langgestreckte Knochenchefte.
00:07:54: Der Tarsometatarsus endet in nur zwei Gelenkrollen, eine innere Stärker und eine äußere Schwächer, die den dritten und vierten Zehnstrahl tragen.
00:08:04: Beide Zehnstrahlen bestehen jeweils aus vier Verlangen, was deutlich von anderen Vögeln abweicht.
00:08:11: Das Endglied des großen inneren Zees ist massiv, das des kleineren äußeren eher zierlich.
00:08:20: Innere Organe.
00:08:21: Wie alle Vögel besitzen Strauze Luftsäcke.
00:08:26: Es gibt fünf Paare, verteilt auf Hals, Schlüsselbein, Vorderen und hinteren Körperbereich sowie Bauch.
00:08:34: Die Luftsäcke in der Schlüsselbeinregion entstehen aus vier Auswüchsen des Bronchialsystems.
00:08:40: Die beiden Inneren vereinigen sich vor der Luftröhre zu einem Sack, neben dem jeweils ein äußerer Sack liegt.
00:08:48: Der Penis ist zwanzig bis dreißig Zentimeter lang und nadelähnlich.
00:08:52: Er liegt gefaltet in einer Tasche nahe dem Enddarm und kann bei Erektion bis zu vierzig Zentimeter lang werden.
00:09:00: Die Hoden wiegen etwa sechshundertachzig Gramm und sind neun, sechs Zentimeter lang.
00:09:07: Sie sitzen in der Bauchhöhle oberhalb der Nieren und schwellen in der Fortpflanzungszeit an, um sich danach wieder zu verkleinern.
00:09:16: Weibliche Strauße besitzen eine flache Clitoris von rund drei Zentimeter Länge.
00:09:22: Wie bei Vögeln üblich ist nur der linke Eierstock entwickelt.
00:09:26: In der Reproduktionsphase enthält er Dotterkugeln von ein bis neun Zentimeter, die in einem Bindegewebsgerüst eingebettet sind.
00:09:36: Der Legedarm ab dem Infundibulum ist etwa einhundertachzehn Zentimeter lang und hat einen Durchmesser von rund drei Zentimeter.
00:09:45: Die Zunge ist stumpf und im Rachen gefaltet.
00:09:48: Wie bei allen Laufvögeln fehlt der Kropf.
00:09:51: Der Magen teilt sich in einen dünnwandigen Drüsenmagen und einen dickwandigen Muskelmagen.
00:09:58: Beim Drüsenmagen wird das Magensekret nur in der großen Kurvatur produziert, im Unterschied zu vielen anderen Vögeln.
00:10:06: Der Muskelmagen ist ein kräftiger Muskelsack, ähnlich dem von samenfressenden Vögeln.
00:10:12: In beiden Magenabschnitten kommen häufig Magensteine vor.
00:10:17: Der Dünndarm ist etwa sixhundertvierzig Zentimeter lang, Der Dickdarm fast neunhundert Zentimeter.
00:10:24: Der Blinddarm macht mit rund einem Zehntel den kleinsten Teil aus.
00:10:29: Die Blinddärme sind parig angelegt und, anders als bei Emus und Casuaren, funktionstüchtig.
00:10:36: Sie sind langgestreckt und innen mit spiralförmigen Falten versehen.
00:10:41: Eine Gallenblase fehlt bei Straußen, im Unterschied zu Nandus und Emus.
00:10:47: Nieren und Herz weichen kaum von denen anderer Vögel ab.
00:10:53: Eier.
00:10:54: Straußeneier sind die größten Eier lebender Vögel.
00:10:59: Sie sind fünfzehn bis siebzehn Zentimeter lang und haben einen Durchmesser von zwölf bis dreizehn Zentimetern.
00:11:07: Im Durchschnitt wiegt ein Ei eins Komma vier Kilogramm.
00:11:12: Das entspricht etwa eins Komma zwei Prozent des Körpergewichts einer Straußenhänne.
00:11:18: Im Verhältnis zu anderen Vögeln sind Straußeneier damit relativ klein.
00:11:23: Ähnlich wie beim Trutharn.
00:11:26: Beim Haushuhn macht ein Ei rund drei Komma fünf Prozent des Gewichts der Henne aus.
00:11:32: Bei der Wachtel sind es gut acht Prozent.
00:11:37: Die Farbe reicht von weislich bis gelblich braun.
00:11:41: Ein Ei besteht zu dreiundfünfzig Komma vier Prozent aus Eiklar, zweiunddreißig Komma fünf Prozent aus Dotter und vierzehn Komma eins Prozent aus Schale.
00:11:53: Diese Werte unterscheiden sich nur geringfügig von denen anderer Vögel.
00:11:58: Die Schale wiegt im Mittel zweihundertzwanzig Gramm und ist eins Komma acht bis zwei Komma vier Millimeter dick.
00:12:06: Auf der Oberfläche gibt es viele Poren bis zu hundert auf etwa ein Quadratzentimeter mit einem Durchmesser von rund Null Komma eins bis Null Komma drei Millimeter.
00:12:17: Die Anordnung der Poren ist wichtig für die Bestimmung der Art.
00:12:21: Beim afrikanischen Strauß stehen die Poren einzeln.
00:12:25: Beim Somalistrauß sind sie in Flecken aus dreißig bis siebzig Einzelporen gruppiert.
00:12:31: Solche Flecken haben einen Gesamtdurchmesser von etwa einem Millimeter.
00:12:36: Verbreitung Die beiden heute lebenden Straußarten kommen in Afrika vor, in den Gebieten südlich der Sahara.
00:12:45: Der afrikanische Strauß, Struteo-Kamelus, lebt mit mehreren Unterarten in großen Teilen des südlichen, östlichen und nördlichen Afrikas.
00:12:56: Der Somali Strauß, Struthio molyptophanes, kommt nur im nordöstlichen Afrika vor.
00:13:03: Noch in historischer Zeit lebten Strauße auch auf der arabischen Halbinsel in Westasien.
00:13:10: Dort gab es die Unterart arabischer Strauß, die in den nineteenhundertsechziger Jahren ausgerottet wurde.
00:13:19: Bevorzugte Lebensräume sind offene Savannen, teils wüstenähnliche Gegenden, und trockene Wälder.
00:13:26: Die nördlichen und südlichen Populationen sind durch den Regen und Miombo Waldgürtel in Zentral- und Ostafrika voneinander getrennt.
00:13:37: Lebensweise.
00:13:39: Anpassungen und Physiologie.
00:13:42: Strauße sind an das Leben in offenen Landschaften angepasst und können bis zu siebzig Kilometer pro Stunde laufen.
00:13:50: Dafür sind ihre langen Beine wichtig.
00:13:53: Besonders die gestreckten unteren Abschnitte, tibiotasus und tarsometatasus, machen zusammen über seventy-fünf Prozent der Beinlänge aus.
00:14:03: Davon entfallen vierunddreißig bis sechsunddreißig Prozent auf den tarsometatasus und vierzig bis einundvierzig Prozent auf den tibiotasus.
00:14:13: Auffällig ist der Fuß mit nur zwei Zehen.
00:14:16: Die reduzierte Zehenzahl verringert beim Laufen den Reibungswiderstand zum Boden.
00:14:22: Ein ähnliches Prinzip gibt es bei Säugetieren.
00:14:25: Beim Pferd ist die Zehenzahl extrem reduziert.
00:14:29: Auch andere große flugunfähige Laufvögel zeigen eine verringerte Zehenzahl, zum Beispiel Casuare, Nandus und Emus mit drei zägen Füßen.
00:14:40: Flugfähige Vögel haben meist vier Zehen.
00:14:43: Ein weiteres Kennzeichen ist der sehr lange Hals.
00:14:46: Strauße haben achzehn-Hals-Virbel, dadurch kann der Hals bis zu einem Meter lang werden, und sehr flexibel bewegt werden.
00:14:55: Der Kopf lässt sich beim Fressen zum Boden führen oder bei der Gefiederpflege um bis zu einhundert-achtzig Grad drehen.
00:15:03: Die meisten Drehbewegungen des Kopfes erfolgen an den ersten beiden Halswirbeln, dem Atlas Axis Komplex.
00:15:11: Größere Bewegungen des Halses werden vor allem ab dem achten Wirbeln nach unten ausgeführt.
00:15:18: Das wird begünstigt durch die gleichbleibende Größe der Wirbel und die größere Muskelmasse in diesem Bereich.
00:15:27: Der mittlere Halsbereich ist vor allem für auf- und abwärtsbewegungen des Kopfes zuständig, der untere Bereich mehr für seitliche Bewegungen.
00:15:36: Die Körpertemperatur wild lebender Strauße liegt zwischen siebenunddreißig Komma acht und einundvierzig Komma zwei Grad Celsius und ist damit im Mittel etwas niedriger als bei den meisten anderen Vögeln.
00:15:50: Innerhalb eines Tieres bleibt die Temperatur trotz wechselnder Außentemperaturen weitgehend stabil.
00:15:57: Selbst bei Außentemperaturen von fünfzig Grad Celsius kann ein Strauß seine Körpertemperatur mehrere Stunden unter vierzig Grad Celsius halten.
00:16:08: Bei sehr aktiven Tieren wurden Rektaltemperaturen von über sechsundvierzig Grad Celsius gemessen, ohne dass es zu offensichtlichen Beeinträchtigungen kam.
00:16:18: Weil Vögel keine Schweißdrüsen haben, erfolgt die Wärmeabgabe vor allem über die Atemwege und die Luftsäcke.
00:16:26: Die normale Atemfrequenz liegt bei sechs bis zwölf Zügen pro Minute und steigt bei Hitze Stress auf vierzig bis sechzig.
00:16:35: Dann kann der Wasserverlust bis zu null Komma sieben fünf Prozent des Körpergewichts betragen.
00:16:40: Das ist etwa die Hälfte des Wasservolumens, das ein Mensch unter gleichen Bedingungen ausschwitzt.
00:16:47: Die weit auseinanderstehenden großen Augen sind typisch für Strausse.
00:16:51: Sie haben ein enges binokulares Gesichtsfeld von zwanzig Grad seitlich des Schnabels.
00:16:57: Das monokulare Gesichtsfeld beträgt einhundertfünfundfünfzig Grad, zusammen ergibt das zweihundertneunzig Grad.
00:17:05: Diese Werte ähneln denen des Nachtreiers oder der Felsentaube, unterscheiden sich aber deutlich von der Stockente mit ihrem engeren binokularen und weiterem monokularem Feld, oder vom Waldcauz, wo das Verhältnis umgekehrt ist.
00:17:21: Vertikal reicht das binokulare Sehen etwa achtzig Grad.
00:17:25: Über und hinter dem Kopf gibt es blinde Bereiche.
00:17:30: Räumliches Sehen beginnt erst ab etwa dreizehn Zentimeter Entfernung von der Schnabelspitze.
00:17:36: Der Bereich direkt vor dem Schnabel ist blind.
00:17:38: Das beeinflusst das Verhalten.
00:17:42: Meist ist der Schnabel beim Laufen stehen und bei vertikalen Kopfbewegungen horizontal.
00:17:49: Nur beim Aufpicken von Nahrung ändert sich die Haltung.
00:17:53: Dabei fixiert der Vogel die Nahrung kurz in rund anderthalbfacher Schnabellänge und greift dann mit einer gezielten linearen Kopfbewegung zu.
00:18:02: So bleibt die Nahrungsaufnahme unter visueller Kontrolle, ähnlich wie bei anderen pickenden Vögeln.
00:18:10: Bei beutischlagenden Vögeln wie dem Waldkauz ist das binokulare Gesichtsfeld deutlich weiter.
00:18:17: weil dort die Füße eine größere Rolle bei der Beuteerfassung spielen.
00:18:22: Die großen blinden Bereiche über und hinter dem Kopf zusammen mit der typischen horizontalen Kopfhaltung können als Schutz vor intensiver Sonneneinstrahlung in offenen Landschaften dienen, weil so Netzhautschäden verringert werden.
00:18:37: Sozialverhalten und Aktivitäten.
00:18:41: Das Sozialverhalten der Strauße ist vielfältig.
00:18:44: Sie kommen in größeren Gruppen, in Familienverbänden, und auch als Einzelgänger vor.
00:18:50: Die Gruppen umfassen meist fünf bis fünfzig Tiere und werden von einer Henne angeführt.
00:18:56: In einem Verband sind Tiere unterschiedlichen Alters und Geschlechts.
00:19:01: Häufig halten sich Strauze in der Nähe anderer großer Pflanzenfresser wie Zebras und Antilopen auf, bleiben aber etwas zurück.
00:19:11: In solchen gemischten Gruppen stehen Strauze meist niedriger in der Rangordnung, so dass an Wasserstellen oft die anderen Tiere zuerst trinken.
00:19:21: Größere Scharen bilden sich vor allem außerhalb der Fortpflanzungszeit.
00:19:25: Dann ziehen sie auch weiter.
00:19:28: Während der Fortpflanzungszeit zerfallen die Verbände in kleinere Gruppen.
00:19:33: Unterwürfiges Verhalten zeigt ein Strauß, wenn er Kopf und Schwanz senkt.
00:19:38: Drohgesten erkennt man an gestrecktem Kopf, erhobendem Schwanz und vorgeregtem Brustkorb.
00:19:45: Strauße sind überwiegend tagaktiv.
00:19:48: Nächtliche Aktivitäten sind selten.
00:19:52: Ihre Hauptbeschäftigungen sind Fressen und Trinken, Wandern und Ruhen.
00:19:57: Über den Tag verteilt, nimmt das Fressen etwa ein Drittel der Zeit in Anspruch, das Wandern fast fünfundvierzig Prozent.
00:20:05: Das Wandern dient größtenteils der Nahrungssuche.
00:20:09: Weitere Tätigkeiten sind Gefiederpflege und Sandbaden.
00:20:13: Wie andere große Laufvögel können Strauze auch schwimmen.
00:20:17: In großen Gruppen sind einzelne Tiere weniger aufmerksam für die Umgebung als Einzelgänger.
00:20:23: Solche Einzeltiere verbringen fast doppelt so viel Zeit damit, ihre Umgebung zu beobachten.
00:20:29: Trotzdem bemerken Tiere in Gruppen relativ schnell ankommende Beutegreifer.
00:20:34: Ernährung Die Ernährung der Strauße umfasst eine Vielzahl von Nahrungsmitteln, wobei sie vor allem grüne Pflanzen bevorzugen.
00:20:44: In untersuchten Mägen fanden sich manchmal Insektenreste.
00:20:48: vermutlich als Beifang an den Pflanzen.
00:20:52: Auf ihrem Speiseplan stehen unter anderem Akantusgewächse, Mittagsblumengewächse und Korblütler.
00:20:59: Dornen schrecken sie nicht ab, tote oder verholzte Pflanzen meiden sie.
00:21:04: Kleine Pflanzen ziehen sie mit samt den Wurzeln aus dem Boden und fressen sie ganz.
00:21:09: Pro Tag nehmen sie etwa vier Komma fünf bis sechs Kilogramm Feuchtmasse auf.
00:21:16: Den größten Teil der Nahrung fressen sie morgens.
00:21:19: wenn die Pflanzen noch feucht sind.
00:21:20: Weil die Nahrung viel Flüssigkeit enthält, brauchen sie nur selten zusätzliches Wasser.
00:21:27: Wenn sich die Gelegenheit bietet, trinken sie aber.
00:21:31: Meist bleiben sie nicht weiter als vierundzwanzig Kilometer von einer Wasserstelle entfernt.
00:21:38: Fortpflanzung.
00:21:40: Die Paarungszeit der Strauße beginnt mit der Regenzeit und fällt je nach Gebiet unterschiedlich aus.
00:21:47: So steht ausreichend hochwertige Nahrung zur Verfügung.
00:21:51: Strauße sind Polygam.
00:21:53: Das heißt, Männchen und Weibchen paaren sich mit mehreren Partnern.
00:21:58: Monogame Paare sind selten.
00:22:01: Als Nest kratzt das Männchen eine flache Vertiefung in den Boden.
00:22:06: In dieses Nest legen mehrere Hennen ihre Eier.
00:22:10: Das Hauptweibchen legt meist sieben bis zehn Eier, die Nebenweibchen fügen weitere hinzu, insgesamt können es sechzehn bis vierzig Eier werden.
00:22:19: Deshalb stammen nicht alle Eier eines Nestes vom selben Hahn.
00:22:23: Hennen legen auch in verschiedene Nester.
00:22:26: Das Nest wird an einem Platz angelegt, von dem aus die Tiere die Umgebung gut überblicken können.
00:22:32: Männchen und Hauptweibchen wechseln sich beim Brüten ab.
00:22:36: Die Henne brütet oft tagsüber, der Hahn nachts.
00:22:41: Die Eier werden manchmal umsortiert, damit außen liegende Eier nicht auskühlen.
00:22:47: So bleibt die Brutttemperatur Mit einunddreißig bis sechsunddreißig Grad Celsius, ziemlich konstant.
00:22:54: Kurz vor dem Schlüpfen steigt sie auf knapp siebenunddreißig Grad Celsius, was am Stoffwechsel der Embryos liegt.
00:23:03: Die Brutdauer beträgt einundvierzig bis dreihundvierzig Tage.
00:23:07: Die frisch geschlüpften Küken wiegen etwa achthundertneunzig Gramm.
00:23:12: Nach drei Tagen verlassen sie das Nest.
00:23:14: Dann führen und schützen sie der Hahn und die Haupthenne.
00:23:18: Als erste Nahrung picken die Küken den Kot der Eltern.
00:23:22: So nehmen sie Mikroorganismen auf, die beim verdauen, faseriger Pflanzen helfen und das Immunsystem stärken.
00:23:30: Mit etwa einem Jahr sind Strauze selbstständig.
00:23:33: Die Geschlechtsreife erreicht ein Strauß mit vier bis fünf Jahren.
00:23:39: Systematik.
00:23:42: Allgemein.
00:23:44: Die Familie Strutionidae, der die Strauze angehören, zählt zur Ordnung Strutioniformes.
00:23:51: Heute enthält sowohl die Familie als auch die Ordnung nur diese Einigattung.
00:23:56: Die Ordnung gehört zu den Urkiefervögeln, Palaiognathai.
00:24:01: Deshalb sind Strausse enger verwandt mit anderen großen Laufvögeln wie Emus, Dromaius, Casuaren, Casuarius und Nandus, Rea.
00:24:10: Zu ihren später ausgestorbenen Verwandten zählen die Elefantenvögel Epionitiformis und Dimoas, Dinornitiformis.
00:24:19: Anatomisch gibt es außerdem Ähnlichkeiten zu einigen Vogelformen des Paleogens, zum Beispiel den Litornitiformis.
00:24:27: Molekulargenetische Studien zeigen, dass die Strauße unter den heute lebenden Urkiefervögeln die Schwestergruppe zu allen anderen sind.
00:24:37: Ihre Trennung von der gemeinsamen Linie fand bereits in der Oberkreide Stadt vor etwa neunundsechzig bis achtzig Millionen Jahren.
00:24:48: Übersicht über die Gattungen und Arten.
00:24:52: In der heutigen Zeit findet man Strauße ausschließlich auf dem afrikanischen Kontinent.
00:24:57: Es gibt zwei Arten, den afrikanischen Strauß und den Somali Strauß.
00:25:03: Seit Jahrzehnten werden sie als eigenständige Arten geführt.
00:25:08: Genetische Daten zeigen, dass sie sich im Pliozän vor etwa vier Komma eins bis drei Komma sechs Millionen Jahren trennten.
00:25:16: Molekulargenetische Befunde legen nahe, dass die nördlichen und die östlich-südlichen Unterarten des afrikanischen Strausses möglicherweise ebenfalls als eigene Arten anerkannt werden sollten.
00:25:30: Es sind viele fossile Formen bekannt, die zusammen mit den lebenden Arten die Familie der Strauße bilden.
00:25:37: Über die Eigenständigkeit einzelner fossiler Arten wird noch diskutiert.
00:25:43: Einige Arten, die früher zur Gattungsstrutio gezählt wurden, wurden später in eigene Gattungen gestellt.
00:25:51: Die Stellung mancher Formen ist unsicher und bei einigen Typen wird ein Arztstatus in Frage gestellt oder synonymisiert.
00:26:00: Neben Skelettfunden gibt es auch viele fossile Eierschalen, aus denen sogenannte Eierarten oder Eiergattungen abgeleitet wurden.
00:26:11: Die Abgrenzung dieser Eiformen ist nicht immer eindeutig.
00:26:15: Aus dem Pliocén Afrikas sind mehrere Struthioarten bekannt.
00:26:20: Aus dem Mio-Zähn südwestlichen Afrikas wurden weitere Gattungen beschrieben und einige Gruppen wie Psamornis sind vom Eo-Zähn bis ins Holo-Zähn nachgewiesen.
00:26:32: Bei manchen fossilen Gattungen ist die Eierschallendicke sehr groß, bis zu drei Komma vier Millimeter beziehungsweise über vier Millimeter.
00:26:43: Unter der Annahme einer ähnlichen Eifform wie bei heutigen Straussen würden solche Eier etwa achtundzwanzigmal einundzwanzig Zentimeter groß sein und bis zu rund sieben Kilogramm wiegen.
00:26:58: Die Unterscheidung der Eierformen basiert vor allem auf der Struktur der Poren.
00:27:02: Man unterscheidet grob einen strutioniden Typ mit punktförmig angeordneten Poren und einen apionitoiden Typ mit Poren in linearen Riefen.
00:27:18: Es gibt auch Übergangsformen und Sonderfälle.
00:27:22: Auf höherer systematischer Ebene gehören zu den Struthioniformes mehrere Familien, darunter die ausgestorbenen Eogruidee, Ergilornitidee und Palaeotididee sowie die Familie der Struthionidee.
00:27:38: Die Palaeotididee mit der Typusgattung Palaeotis galten lange als Untergruppe der Strauze, werden heute aber oft als eigene Familie gesehen.
00:27:49: Ihre genaue Einordnung unter den frühen Laufvögeln war lange unklar.
00:27:55: Auch Eogruide und Ergilonitidae wurden früher zu den Kranichvögeln gerechnet.
00:28:02: Eine Studie aus dem Jahr twenty-einenundzwanzig sieht diese drei Gruppen als frühe Vertreter der Struthioniformes.
00:28:11: Die Eogruide sind vermutlich parafületisch und schließen die Ergilonitidae ein.
00:28:17: Die Stellung der Geranoididae Eine ausgestorbenen Gruppe aus dem Paleogen Nordamerikas bleibt unklar.
00:28:26: Sie könnten ebenfalls zu den Struttioniformes gehören.
00:28:30: Stammes Geschichte.
00:28:33: Ursprünge.
00:28:35: Der Fossilbericht der Straußenartigen Vögel reicht über Afrika und Eurasien.
00:28:40: Ihre Funde gehen bis in das Paleogen zurück.
00:28:44: Wenn Remionis zu den Straußenartigen gehört, könnte ihr frühestes Auftreten schon am Ende des Paleozenz liegen.
00:28:52: Das oft stark fragmentierte Fundmaterial, wie aus Reefcourt im Norden Frankreichs, macht eine genaue Zuordnung schwierig.
00:29:01: Als ältester sicherer Vertreter gilt derzeit Galligera Noides aus der Familie der Palaiotidide.
00:29:09: Von ihm sind einzelne Beinknochen aus San Papuil im Südwesten Frankreichs bekannt.
00:29:15: Zusammen mit dem riesenhaften Gast Tornis.
00:29:19: Diese Reste sind zwischen six und fünfzig und einundfünfzig Millionen Jahre alt und gehören damit ins untere Eozen.
00:29:27: Besser dokumentiert ist der nahe Verwandte Palaiotis.
00:29:31: Mehrere nahezu vollständiges Gelette stammen unter anderem aus dem Geiseltal und der grobe Messel.
00:29:38: Beide Fundstellen liegen im mittleren Eozen.
00:29:42: Die etwa ein Meter großen Tiere lebten in tropischen Regenwäldern, und waren offenbar noch nicht an hohe Laufgeschwindigkeiten angepasst, was auch die dreizehigen Füße zeigen.
00:29:55: Etwa zur gleichen Zeit treten die Eogruidee und die Ergielornitid auf, überwiegend im östlichen und zentralen Asien.
00:30:05: Ergielornis ist zahlreich aus der Ergielinzo-Formation in der Mongolei nachgewiesen.
00:30:12: Auch Eogrus, die namensgebende Gattung der Eogruidee, kommt dort vor.
00:30:19: Weitere Fundstellen liegen etwa in der Irdin-Manha-Formation in der Mongolai und in den Formationen Obaila und Kustovskaya im östlichen Kasachstan.
00:30:32: Die frühen Eozenenformen hatten noch einen dreizeigen Fuß.
00:30:39: Nach einer Lücke im Oligozen entwickelten Eogruide und Ergielornitide im Miozen starke Anpassungen an schnelles Laufen in offenen Landschaften.
00:30:51: Das zeigt sich unter anderem in der Reduktion auf zwei funktionale Zehen pro Fuß, ähnlich wie beim heutigen Strauß.
00:31:01: Beispiele dafür sind Sinoergi-Lornis aus dem Linksiabekken in der chinesischen Provinz Gansu und Urmiornis, das in Zentral- und Südostasien sowie im östlichen Europa nachgewiesen ist.
00:31:19: Fossile Strauze in Afrika und Eurasien.
00:31:24: Erstmals nachgewiesen werden die Struttionidae im unteren Miozellen.
00:31:30: Die früheste bekannte Form ist Struttio copensi.
00:31:34: Sie stammt aus Namibia und lebte vor etwa einundzwanzig bis neunzehn Millionen Jahren.
00:31:40: Gefunden wurden vor allem Beinknochen und einige Wirbel.
00:31:45: Die Fußknochen zeigen, dass die Tiere wohl zwei Zehen hatten.
00:31:49: Struthio copensi war kleiner und zierlicher gebaut als heutige Strause.
00:31:56: Die frühen Funde aus Südwestafrika deuten auf einen Ursprung der Gattung in Afrika hin.
00:32:03: Aus dem mittleren Miozen stammen weitere Fossilien aus Fort Ternan in Kenia.
00:32:09: Etwa zur gleichen Zeit erscheint Struthio auch in Chandir in Anatolien, damit erstmals außerhalb Afrikas.
00:32:16: Diese Reste lassen sich wahrscheinlich Struthio brachidactylus zuordnen.
00:32:22: Später breitete sich Struthio sehr weit aus.
00:32:25: Fossilien wurden neben Afrika auch in Ostasien und Europa gefunden.
00:32:30: In Osteuropa zeigen Beinfunde aus Moldavien die frühe Form Struthio orlovii.
00:32:36: Wie Struthio brachidactylus war diese Art noch vergleichsweise klein.
00:32:42: Spätestens im Pleistozän erreichten einige Arten riesige Körpergrößen deutlich größer als heutige Strausse.
00:32:50: Das gilt z.B.
00:32:51: für Struthio Oldavalli aus der Olduweischluft in Tanzania.
00:32:55: Seine Knochenmaße liegen etwa dreißig Prozent über denen eines heutigen männlichen Individuums.
00:33:03: Die nordafrikanische Form Struthio Barbarus war rund zwanzig Prozent größer als heutige Vertreter.
00:33:10: Auch Strutio Cersonensis war sehr groß.
00:33:13: Funde stammen unter anderem aus dem Villa Franckium von Sesclo in Griechenland und aus Pavlodar in Kasachstan.
00:33:21: In Eurasien starben die Strauße vermutlich erst im oberen Pleistozän aus.
00:33:26: In Eurasien gehören zu den straußenähnlichen Vögeln noch die Gattungen Paleostrutio und Pachistrutio.
00:33:34: Paleostrutio trat vor allem im oberen Miozän in Südost und Osteuropa auf.
00:33:41: Nachweise sind etwa Fußknochen aus Kalimanzi und Hatzidimovo in Bulgarien und Halswirbel aus Kerasia in Griechenland.
00:33:50: Pachistrutio ist vor allem aus dem Altpleistozen bekannt.
00:33:54: Aus Demanissi in Georgien stammen Knochen, die Pachistrutio demanisensis zugeschrieben werden.
00:34:01: Dieses Tier konnte bis zu vierhundertfünfzig Kilogramm schwer werden und gehört zu den größten bekannten Vögeln.
00:34:09: Zur Art Paristruteopanonikus gehören ein Zehenknochen und fast hundert Eierschalen aus Kislang in Ungarn.
00:34:17: Zur gleichen Gattung zählt man auch Beinknochen aus dem Niewanbecken in der chinesischen Provinz Hebei.
00:34:24: Sie gehören wahrscheinlich zu einem rund dreihundert Kilogramm schweren Individuum.
00:34:29: Das Alter dieser Funde entspricht weitgehend dem von Demanissi.
00:34:34: Möglicherweise kam die Gattung noch im ausgehenden Jungpleistuzzen vor.
00:34:40: Dafür sprechen einzelne Beinknochen und Eierschalen aus der oberen Höhle von Schukutien bei Peking, die Pashistrutio an das Sony zugeschrieben werden.
00:34:50: Anhand eines Oberschenkelknochens wurde für diese Art ein Gewicht von bis zu zweihundertsiebzig Kilogramm geschätzt.
00:35:00: Strauße und Menschen.
00:35:03: Strauße sind den Menschen seit Tausenden von Jahren bekannt.
00:35:07: Überreste der Vögel finden sich schon in sehr alten Fundstellen.
00:35:11: z.B.
00:35:12: in Armbuscherie in Algerien, einem Fundplatz aus dem Altpreistozen vor rund zwei Millionen Jahren.
00:35:19: Dort wurden auch Steinwerkzeuge gefunden, ob Knochen oder Federn der Tiere genutzt wurden, ist aber nicht eindeutig nachweisbar.
00:35:28: Ab dem Mittelpaleolitikum wurden Straußeneierschalen oft zu Perlen verarbeitet.
00:35:33: Solche Perlen sind scheibenförmig, meist kleiner als ein Zentimeter und in der Mitte durchbohrt.
00:35:40: Zur Herstellung wurde das Ei zunächst aufgebrochen, dann durch Bord und zuletzt an den Kanten bearbeitet.
00:35:48: Die ältesten bekannten Perlen aus Straußeneierschalen sind etwa fünfzigtausend Jahre alt und stammen aus den Felsdächern von Mumba und Magubike in Tanzania.
00:36:00: Kurz darauf tauchen ähnliche Funde in der Border Cave im südlichen Afrika auf.
00:36:05: Auch in Teilen Asiens gibt es frühe Nachweise.
00:36:09: Funde aus Shui Donggu in Nordchina sind rund einunddreißig tausend Jahre alt.
00:36:16: Funde aus Shizitán in Shangxi und aus Tolboi in Nordmongolei sind nur wenig jünger.
00:36:23: Die Herstellung von Perlen aus Straußeneierschalen lässt sich über sehr lange Zeiträume verfolgen und reicht bis in das Holozen.
00:36:32: In Teilen Afrikas wird die Tradition bis heute gepflegt.
00:36:37: Manche Straußeneier wurden auch dekorativ verziert.
00:36:41: Beispiele aus dem südlichen Afrika, etwa vom Diebklo Felsdach, zeigen Linien, Gitter und Winkelmuster, die bis zu sechzigtausend Jahre alt sind.
00:36:52: Diese Verzierungen gehören zu den ältesten bekannten künstlerischen Darstellungen.
00:36:58: Ganze Straußeneier wurden vermutlich auch als Behälter für Flüssigkeiten verwendet.
00:37:04: Strauße wurden außerdem häufig an Felswänden dargestellt.
00:37:08: Solche Felsmalereien und Gravuren finden sich in Nordafrika, zum Beispiel in Sudan und Libyen, und stammen möglicherweise aus der Zeit vor rund neuntausendfünfhundert bis siebentausend Jahren.
00:37:21: In der Höhle der Bestien im Gilf El Kibir in Südwestegypten gibt es mehrere Tausend Darstellungen mit Straußen, anderen Tieren, Menschen, Handabdrücken und Symbolhaften gestalten.
00:37:34: Im südlichen Afrika sind alte Darstellungen am Brandberg und in der Nashornwüste in Namibia zu finden, die auf die lokalen Koisangruppen zurückgehen.
00:37:44: Außerhalb Afrikas sind Straußendarstellungen aus der Gegend von Hitzara bei Sambalpur in Indien bekannt und gehören zum dortigen Jungpaleolitikum.
00:37:55: In Nordafrika setzten sich Darstellungen von Straußen in der Altegyptischen Zeit fort.
00:38:04: findet man gravuren aus der nullten Dynastie.
00:38:08: Vom alten bis zum neuen Reich waren Strauze verbreitet, aber nicht häufig.
00:38:14: Sie galten nicht als göttliche Tiere, wurden aber wegen ihrer Federn und Eier geschätzt.
00:38:20: Federn dienten als Schmuck von Rangpersonen, Eier als Gefäße.
00:38:26: Die Göttin Maat wird mit einer Straußenfeder gezeigt.
00:38:29: Die Jagd auf Strauze war vor allem dem Adel vorbehalten, und wurde im mittleren und neuen Reich häufiger.
00:38:37: Ein Beispiel ist der goldene Fächer aus dem Grab des Tutantia Mun, der mit Straußenfedern geschmückt war und eine Jagdszene zeigt.
00:38:47: In der büzantinischen Zeit hielt man Strauße in Ägypten auf Farmen, während die wilden Bestände wohl nachließen.
00:38:54: Auch in Mesopotamien wurden Strauße dargestellt und ihre Eier genutzt, etwa in Gefäßen aus Kisch.
00:39:02: Die Tiere galten teilweise als heilig.
00:39:05: Ihr Fleisch wurde den Göttern geopfert.
00:39:08: Auf einem Rollsiegel des Königs Urzahner, aus dem achten vorchristlichen Jahrhundert, hält der Gott Asur zwei Strauze in den Händen.
00:39:17: Der Gott Marduk wurde auch beim Töten eines Strauzes gezeigt.
00:39:22: Der chinesische Reisende Chang Tian lernte auf seiner Westreise von onehundertdreißig bis einhundertsechsundzwanzig vor Christus Strauze kennen und berichtete am Hofe darüber.
00:39:34: Ungefähr zweihundert Jahre später übergaben partische Gesannte lebende Strauße an den chinesischen Kaiser.
00:39:42: In der Tankzeit waren Strauße in China weit hin bekannt und wurden von Künstlern dargestellt.
00:39:48: Ein Straußenrelief schmückt das Mausoleum des Kaisers Tangauzong aus dem siebten achten Jahrhundert.
00:39:56: Jahrhundert.
00:39:57: Auch Gelehrte der griechischen und römischen Antike kannten den Strauß.
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