Hauskatze - Teil 2: Verhalten
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00:00:00: Hauskatze, Teil zwei, Verhalten.
00:00:05: Das Verhalten der Hauskatze wird maßgeblich von ihrem Wesen als Raubtier geprägt.
00:00:10: Die lange verbreitete Annahme, Hauskatzen seien grundsätzlich Einzelgänger, gilt heute als überholt.
00:00:19: Wie bei anderen sozialen Tierarten gibt es zwar Individuen, die lieber für sich bleiben.
00:00:25: Insgesamt aber sind Hauskatzen soziale Wesen.
00:00:29: In größeren Gruppen, etwa auf Bauernhöfen oder in Städten wie Rom, wo sie am Largo di Torre Argentina leben, zeigen sich vielfältige Formen des Zusammenlebens und der Kommunikation untereinander.
00:00:46: Fast alle übrigen Katzenarten leben allein.
00:00:50: Die Hauskatze bildet zusammen mit dem Löwen eine Ausnahme.
00:00:54: Löwen jagen als echtes Rudel.
00:00:57: Hauskatzen suchen ihre Beute hingegen allein.
00:01:01: Die Beutetiere sind so klein, dass eine Katze keine Partnerin und keinen Partner benötigt.
00:01:08: Darum kann sie dauerhaft allein überleben.
00:01:11: Das Zusammenleben in einer Gruppe ist für Hauskatzen also möglich, aber nicht zwingend.
00:01:18: Ihre soziale Veranlagung machte die Domestizierung überhaupt erst möglich und erleichtert den Umgang mit Menschen.
00:01:27: Arten wie die europäische Wildkatze, die strikt allein leben, lassen sich dagegen nicht zähmen.
00:01:35: Jagdverhalten Hauskatzen sind bekannt für ihr spielerisches Verhalten mit Beutetieren.
00:01:43: Viele Menschen deuten es als Grausamkeit.
00:01:47: Tatsächlich folgt die Katze jedoch einem Instinkt.
00:01:51: Sie prüft, ob ein Tier bereits geschwächt genug ist, um keine Gefahr mehr darzustellen.
00:01:58: Manche Fachleute sehen darin auch eine Form des Übens.
00:02:02: Andere vermuten, dass Katzen Freude an der Jagd empfinden.
00:02:06: Bei größeren Beutetieren wie Ratten oder Kaninchen nutzen Katzen ihre Zähne besonders geschickt, um die Jagd schnell zu beenden.
00:02:17: Auch andere Tiere wie Wiesel, Iltis oder Schlangen werden gelegentlich erbeutet, meist nur von kräftigen Kartern.
00:02:26: Fische können in manchen Gartenteichen ebenfalls das Interesse wecken, doch längst nicht alle Katzen wagen sich ans Wasser.
00:02:34: Sozialverhalten.
00:02:37: Auf dem Land leben manche Hauskatzen zwar in der Nähe eines Hofes, aber fast ohne direkte Aufsicht durch Menschen.
00:02:46: In solchen Fällen schließen sie sich häufig zu kleinen Gemeinschaften zusammen.
00:02:52: Diese bestehen aus miteinander verwandten Katzen, deren Jungtieren halbwüchsigen Tieren sowie einem oder zwei Katern.
00:03:02: Die vielen Samtpfoten mit ihren unterschiedlichen Fellfarben gehen meist auf eine einzige Ahnen zurück, die einst den Grundstein für die Gruppe legte.
00:03:14: Männliche Jungtiere verlassen nach der Geschlechtsreife in der Regel das vertraute Gebiet und suchen sich ein eigenes Revier.
00:03:24: Weibliche Tiere bleiben dagegen im Bereich der Mutter.
00:03:28: wodurch die Gemeinschaft stetig wächst.
00:03:31: Die Katzen ziehen den Nachwuchs auf und vertreiben fremde Eindringlinge, zeigen sich aber gegenüber erwachsenen Katern toleranter, weil diese größer und durchsetzungsfähiger sind.
00:03:45: Zwar teilen alle Tiere das von Menschen bereitgestellte Futter.
00:03:49: Doch bei der Jagd bleiben sie Einzelgänger.
00:03:54: Anders als Löwen stellen Hauskatzen ihre Beute nicht gemeinsam.
00:03:59: Bei Einbruch der Dämmerung schleichen sie allein durch Wiesen und Wälder.
00:04:04: Sie nähern sich lautlos, lauern und springen erst aus kürzester Entfernung.
00:04:10: Dieses Vorgehen gleicht dem ihrer wilden Verwandten.
00:04:15: Vor allem junge Katzen reagieren auf alles, was sich bewegt.
00:04:19: Fast so, als wäre es lebendige Beute.
00:04:23: Beim Spiel üben sie so spielerisch das Jagen ein.
00:04:28: Auch in großen Städten kann es viele frei lebende Katzen geben.
00:04:33: Das passiert vor allem dort, wo reichlich Nahrung vorhanden ist und die Behörden streunende Tiere nur selten in Tierheime bringen.
00:04:43: Die Katzen sammeln sich dann an bestimmten Orten.
00:04:48: Häufig trifft man sie in Stadtgärten, auf Friedhöfen, bei Ausgrabungen oder in Industriegebieten.
00:04:56: Dort entstehen mit der Zeit ganze Kolonien.
00:04:59: Innerhalb einer Kolonie herrscht eine Rangordnung, die sich aus mehreren kleinen, von Weibchen geführten Gruppen zusammensetzt.
00:05:09: Körpersprache.
00:05:11: Kommen Katzen einander näher, zeigen sie ihre Gefühle mit dem ganzen Körper und besonders mit dem Schwanz.
00:05:21: Auch die Stellung der Ohren und die Größe der Pupillen sind wichtig.
00:05:27: Ist die Spitze des aufrechten Schwanzes deutlich gebogen und zittert leicht?
00:05:32: Begrüßt die Katze freundlich oder freut sich auf etwas.
00:05:38: Ein hoher Schwanz mit sanft gebogener Spitze steht für Freude, Vergnügen, Erwartung oder Spannung.
00:05:47: Ein aufgerichteter Schwanz signalisiert Wohlbefinden und Sicherheit.
00:05:54: In Ruhe hält die Katze den Schwanz oft waagerecht und leicht nach unten gebogen.
00:05:59: Ein stark nach unten gerichteter gesträubter Schwanz bedeutet Drohung und Angriff.
00:06:06: Schnelles Schlagen oder peitschendes Zucken kündigt mögliche Aggression oder Gereiztheit an.
00:06:14: Auch das Gesicht sendet viele Zeichen.
00:06:18: Fixiert die Katze ihr Gegenüber mit den Augen, ist sie aufmerksam und zunächst neutral gestimmt.
00:06:25: Werden die Popillen zu schmalen Schlitzen, die Schnurrhaare richten sich nach vorn, der Hals zieht sich ein und die Ohren kippen seitwärts.
00:06:35: droht oder warnt sie.
00:06:38: Weit geöffnete Popillen stehen meist für Angst und Unterwerfung.
00:06:44: Ist die Katze entspannt?
00:06:46: Sind die Augen halb geschlossen und die Nickhaut wird sichtbar.
00:06:51: Seitlich gekippte Ohren deuten auf Aggressivität.
00:06:56: Liegen die Ohren eng nach hinten, drückt das Furcht aus.
00:07:01: Nach vorn gerichtete Ohren bedeuten Neugier und Aufmerksamkeit.
00:07:06: Zum typischen Repertoir gehört der Milchtritt.
00:07:10: Jungtiere massieren mit den Vorderpfoten die Zitzen der Mutter, um den Milchfluss anzuregen.
00:07:17: Auch erwachsene Katzen treten rhythmisch, wenn sie sich besonders wohl fühlen oder ihren Schlafplatz vorbereiten.
00:07:26: Halbgeschlossene Augen oder ein langsames Blinzeln mit nur einem Auge gelten als freundliche Geste.
00:07:34: vergleichbar mit einem menschlichen Lächeln.
00:07:37: Menschen können diese Bewegung nachahmen.
00:07:41: Und die Katze erwidert sie oft.
00:07:44: Langes Anstarren beantwortet die Katze manchmal mit Gänen und Abwänden.
00:07:51: Das ist keine Müdigkeit, sondern ein Signal zur Entspannung der Situation.
00:07:57: Vor einem Angriff vergrößert sich die Katze.
00:08:01: Sie macht einen Buckel, stellt sich seitlich, streckt die Beine, sträubt das Fell und geht langsam auf den Gegner zu.
00:08:10: Zeigt sie dabei die Zähne, droht sie.
00:08:14: Eine unsichere Katze dagegen macht sich klein, zieht die Beine unter den Körper, legt den Schwanz eng an und kauert sich flach auf den Boden.
00:08:26: So kann sie sich blitzschnell auf den Rücken werfen und den Gegner mit Krallen und Zähnen abwehren.
00:08:35: Die Körpersprache erklärt auch die oft zitierte Abneigung zwischen Katzen und Hunden.
00:08:41: Die Signale haben häufig entgegengesetzte Bedeutungen.
00:08:46: Läuft ein bellender Hund auf eine Katze zu, will er vielleicht nur begrüßen, doch die Katze sieht einen Angriff und flieht.
00:08:56: Diese Flucht weckt beim Hund den Jagdtrieb.
00:09:00: Beim Hund bedeutet Schwanzwedeln und Pfote geben Freude.
00:09:04: oder freundliche Begrüßung.
00:09:06: Bei der Katze zeigt ein peitschender Schwanz Unmut oder verdeckte Aggressivität.
00:09:14: Hebt sie eine Pfote, meint sie, bis hierher und nicht weiter.
00:09:19: Legt sich die Katze daraufhin auf die Seite, bereitet sie ihre Krallenverteidigung vor, während der Hund dies oft als Unterwerfung oder Spiel versteht.
00:09:31: Nähert sich eine Katze mit erhobenen Schwanz, Deutet der Hund dies, wie er es bei Artgenossen gewohnt ist, als deutliche Warnung und reagiert eher aggressiv und bellend.
00:09:46: Wachsen Hund und Katze von klein auf zusammen auf, entstehen in der Regel kaum Schwierigkeiten.
00:09:54: Laut Sprache.
00:09:56: Nähern sich Katzen einander, setzen sie laute ein, um ihre Körpersprache zu verstärken.
00:10:03: Fauchen und Knurren zeigen Aggression, oder Angst.
00:10:08: Ein taubenähnliches Gurren ruft die Jungen zur Mutter.
00:10:12: Das klagende Schreien der Kater in der Nacht dient der Revierbehauptung und der Werbung um ein Weibchen.
00:10:19: Das Miauen ist der bekannteste Katzenlaut.
00:10:23: Je nach Situation hat er unterschiedliche Bedeutungen.
00:10:27: Durch die Domestizierung miauen Hauskatzen häufiger, um wie Jungtiere Aufmerksamkeit und Futter zu erbitten.
00:10:35: Einige Katzen miauen auch aus Angst.
00:10:39: Wild lebende Katzen vermeiden das Miaun meist damit, Raubtiere sie nicht hören.
00:10:45: Ein weiterer typischer Laut ist das Schnurren.
00:10:49: Wie es genau entsteht, ist noch nicht geklärt.
00:10:54: Schon wenige Tage nach der Geburt zeigen Kätzchen mit gleichmäßigem Schnurren ihr Wohlbefinden.
00:11:01: Die Vibrationen übertragen sich beim Körperkontakt auf Muttertier oder Mensch.
00:11:07: Scheue oder unsichere Katzen Schnurren oft ununterbrochen und aus etwas Entfernung, um die Gunst des Gegenübers zu gewinnen.
00:11:18: Auch bei Schmerzen oder Krankheit schnurren sie, um Unterlegenheit anzuzeigen, sich zu schützen und sich zu beruhigen.
00:11:28: Zusammen mit Körperreiben und erhobenen Schwanz sendet das Schnurren meist friedliche Signale.
00:11:36: Untersuchungen aus den Vereinigten Staaten zeigen Vibrationen, in einem Bereich zwischen siebenundzwanzig und vierundvierzig Herz.
00:11:46: Bei allen Katzenarten, außer den Großkatzen, ist das Zungenbein vollständig verknöchert.
00:11:53: Nur die Großkatzen können deshalb brüllen.
00:11:57: Hauskatzen verwenden zudem spezielle Laute für die Kommunikation mit dem Menschen, die erwachsene Katzen untereinander kaum nutzen.
00:12:07: Schlafverhalten.
00:12:09: Hauskatzen sind dämmerungsaktiv.
00:12:13: Sie sind am Morgen und am Abend besonders regel.
00:12:17: Tagsüber und in der Nacht schlafen oder dösen sie meist.
00:12:22: Durch das Zusammenleben mit Menschen passen sich viele Tiere häufig dem menschlichen Schlaf-Wachrhythmus an.
00:12:29: Katzen schlafen mehrmals am Tag und kommen insgesamt auf etwa sechzehn Stunden Ruhe.
00:12:36: Ihr Schlaf wechselt zwischen flachen und tiefen Phasen.
00:12:41: Oft liegen sie zusätzlich mit geschlossenen Augen da, ohne wirklich einzuschlafen.
00:12:48: Seit nineteenhundertfünfundfünfzig untersuchen Forschende dieses Verhalten in vielen Experimenten.
00:12:56: Im flachen Schlaf reicht schon ein leises Geräusch, damit die Katze erwacht.
00:13:02: Danach folgt der Tiefschlaf.
00:13:06: Darin liegt ein Abschnitt, den man Paradoxenschlaf nennt.
00:13:10: Er entspricht der Traumphase.
00:13:14: Die Muskeln sind dann entspannt und die Schwelle zum Aufwachen ist höher.
00:13:19: Messungen mit der Elektroencephalografie zeigen hier eine Hirnaktivität, die der eines Wachentieres gleicht.
00:13:28: Typisch sind schnelle Augenbewegungen unter den geschlossenen Liedern.
00:13:33: Dabei zucken mit unter Beine, Schwanz, Haut oder Schnurrhaare.
00:13:39: Nach etwa sechs oder sieben Minuten Tiefschlaf Geht die Katze in rund zwanzig bis dreißig Minuten leichten Schlaf über.
00:13:48: Auf eine Traumphase folgt erneut flacher Schlaf.
00:13:53: Anschließend gähnt sie, steht auf, ändert ihre Lage und schläft wieder ein.
00:14:01: Nimmt die Katze im Schlaf ein ungewohntes Geräusch wahr, öffnet sie ein Auge.
00:14:08: Kann sie die Ursache nicht erkennen, ist sie sofort hellwach.
00:14:14: Wacht sie dagegen von selbst auf.
00:14:16: Gähnt sie ausgiebig und streckt sich.
00:14:20: Dabei dehnt sie jeden Muskel sorgfältig.
00:14:25: Eine in die Familie integrierte freilaufende Katze verbringt die Nacht oft schlafend im Haus.
00:14:32: Ebenso kann sie umgekehrt die Nacht draußen umherstreifen und erst am Tag im Haus ruhen.
00:14:40: Das Verhalten variiert von Tier zu Tier und ändert sich je nach Wetter und Jahreszeit.
00:14:48: Fortpflanzung Weibliche Katzen heißen Ketzinnen.
00:14:54: Sie werden etwa im Alter von vier bis zwölf Monaten geschlechtsreif.
00:14:58: Dann werden sie zum ersten Mal rollig.
00:15:02: Mehrere Faktoren beeinflussen den Zeitpunkt der Geschlechtsreife.
00:15:06: Dazu gehören die Jahreszeit, die Länge des Tageslichts, der körperliche Zustand und die Rasse.
00:15:15: Langhaarkatzen werden oft später reif.
00:15:19: Bei ihnen liegt das Alter zwischen elf und einundzwanzig Monaten.
00:15:24: Eine rollige Kätzin ist ungefähr fünf bis sechs Tage empfänglich.
00:15:30: Der Eisprung findet meist erst statt, wenn sie von einem Kater gedeckt wird.
00:15:36: Manchmal lösen schon optische oder geruchliche Reize den Eisprung aus.
00:15:43: Typische Zeichen sind ständiges Reiben an Gegenständen, häufiges Rollen auf dem Boden, und das Hochstrecken des Hinterteils.
00:15:52: Kommt es nicht zur Paarung, setzt nach etwa neun Tagen meist eine neue Rolligkeit ein.
00:15:59: In Ausnahmefällen entsteht eine Dauerrolligkeit.
00:16:04: Findet ein Eisprung statt, ohne dass die Katze trächtig wird, folgt die nächste Rolligkeit nach fünf bis sechs Wochen.
00:16:12: Freilebende Kätzinnen setzen Duftstoffe im Urin frei und rufen laut.
00:16:18: Damit locken sie oft mehrere Karte an.
00:16:22: Wenn die Karte erscheinen, hält die Kätzin sie zunächst mit Fauchen und Pfotenhieben auf Abstand.
00:16:28: Erfahrene Kater weichen diesen Hieben aus.
00:16:32: Die Kätzin geht ein Stück zurück.
00:16:34: Die Männchen drohen einander mit Knurren, Blicken und lautem Geschrei.
00:16:39: Sie schlagen nacheinander, mustern sich und schleichen langsam im Kreis.
00:16:45: Gibt keiner auf, entsteht ein harter Kampf.
00:16:48: Die Kater tragen dabei Kratz und Bisswunden davon.
00:16:52: Unkastrierte Kater sterben öfter als kastrierte Tiere.
00:16:57: Sie durchstreifen oft mehrere Kilometer, um ein rolliges Weibchen oder ein freies Revier zu finden.
00:17:05: Dabei verletzen sie sich im Kampf, werden häufiger vom Straßenverkehr erfasst oder stecken sich durch Bisse mit Viren an.
00:17:16: Am Ende wählt das Weibchen den Partner aus.
00:17:19: Die Paarung beginnt erst wenn die Kätzin bereit ist.
00:17:24: Sie kauert sich auf den Boden, streckt das Hinterteil und legt den Schwanz zur Seite.
00:17:30: Der Geschlechtsakt dauert nur wenige Sekunden.
00:17:34: Dabei stößt das Weibchen einen typischen Deckschrei aus.
00:17:39: Danach schüttelt sie den Kater ab und schlägt oft nach ihm.
00:17:44: Der Penis des Katers besitzt Wiederhaken.
00:17:49: Darum ist der Akt für die Kätzin schmerzhaft.
00:17:52: Nach der Paarung rollt sich das Weibchen mehrmals in gestreckter Haltung auf dem Boden.
00:17:58: Das Wort Rolligkeit für die Brunst der Katze leitet sich von diesem Verhalten ab.
00:18:06: Eine rollige Kätzin kann sich mit mehreren Kartern paaren.
00:18:10: Darum können ihre Jungen unterschiedliche Väter haben.
00:18:15: Drächtigkeit.
00:18:18: Nach einer Paarung setzt nach etwa vierundzwanzig Stunden der Eisprung ein.
00:18:24: Anders als bei Hunden?
00:18:25: ist das Ei dann schon befruchtungsfähig.
00:18:29: Die Befruchtung findet im Eileiter statt.
00:18:32: Das befruchtete Ei wandert rund zwei Wochen durch Eileiter und Gebärmutter.
00:18:38: Dabei teilt es sich mehrfach.
00:18:42: Es entsteht eine Blastozüste, die sich in die Gebärmutterwand einbettet.
00:18:48: Bald bildet sich ein gürtelförmiger Mutterkuchen, der den Austausch von Nährstoffen zwischen Mutter und Phötus ermöglicht.
00:18:57: Die Rolligkeit endet nicht sofort nach der Paarung.
00:19:01: Sie schwindet erst nach einigen Stunden und kann, schwächer werdend, noch mehrere Tage anhalten.
00:19:09: Trift die Katze in den ersten drei Wochen der durchschnittlich dreiundsechzig bis fünfundsechzig Tage dauernden Trächtigkeit noch einmal auf einen Kater?
00:19:20: Kann eine zweite Befruchtung erfolgen?
00:19:23: Die Jungen entwickeln sich dann oft unterschiedlich schnell.
00:19:28: Auch langes Zusammensein mit einem Kater über mehr als eine Woche oder eine Deckung nach einer Pause von einigen Tagen führt häufig zu Welpen mit verschiedenen Entwicklungsstand.
00:19:40: Nach dem Ende der Rolligkeit wird die Katze ruhiger.
00:19:45: In der zweiten und dritten Woche erbricht sie sich häufig.
00:19:50: Äußerlich ist zunächst kaum etwas zu sehen.
00:19:53: Nach ungefähr drei Wochen färbt sich das hintere der vier Zitzenpaare rosa.
00:19:59: Die Embryonen sind nun schon etwa einen Zentimeter lang.
00:20:04: Mit weiterem Wachstum werden die Zwischenräume der durchsichtigen Fruchtblasen flacher.
00:20:10: Jede Blase hat etwa die Größe eines Hühneis.
00:20:14: Gegen Ende der Tragezeit berühren sich die Blasen häufig.
00:20:20: Ab der sechsten Woche lassen sich die Bewegungen der Föten durch die Bauchdecke spüren und zeitweise sogar sehen.
00:20:30: In den letzten drei Wochen wächst der Bauchumfang deutlich.
00:20:34: Die Milchdrüsen schwellen an.
00:20:37: Die Katze liegt nun gern auf der Seite.
00:20:41: Kurz vor der Geburt wirkt sie nervös und sucht einen sicheren Platz für ein Nest.
00:20:47: Sie leckt häufiger ihre Zitzen und die Analregion.
00:20:51: Hauskatzen wählen oft das Zimmer der Bezugsperson.
00:20:56: Beliebt sind halb geöffnete Schränke, Schachteln oder auch das Bett.
00:21:01: Züchter stellen Wurfkisten bereit.
00:21:04: Doch nicht jede Katze nimmt sie an.
00:21:06: Die Geburt kann mehrere Stunden dauern.
00:21:09: Die Abstände zwischen den einzelnen Jungen unterscheiden sich stark.
00:21:14: Eine Erstgebärende bekommt meist zwei oder drei Junge.
00:21:19: Später sind häufig bis zu sieben Kätzchen möglich.
00:21:24: In seltenen Fällen kommen zehn oder noch mehr zur Welt.
00:21:29: Ohne menschliche Hilfe überleben dann oft nicht alle.
00:21:33: Manche Mutterkatzen möchten nach der Geburt einige Tage ungestört bleiben.
00:21:38: Andere suchen die Nähe von Menschen.
00:21:42: Wird das Nest nicht sauber gehalten, trägt die Mutter ihren Wurf an einen anderen Ort, um Raubtiere nicht anzulocken.
00:21:52: Fühlt sie ihre Jungen bedroht, packt sie jedes Kätzchen sanft im Nacken und bringt es an einen sicheren Platz.
00:22:01: Dieser Griff löst bei dem Jungtier eine Tragestarre aus, damit es sich nicht zu stark bewegt.
00:22:09: Geschlechtsreife.
00:22:11: Männchen und Weibchen werden meistens im sechsten bis achten Lebensmonat geschlechtsreif.
00:22:19: Der Körper wächst jedoch noch einige Monate weiter.
00:22:23: Bei vielen Rassekatzen dauert diese Phase noch länger.
00:22:28: Mit der Geschlechtsreife treten klare Unterschiede zu Tage.
00:22:33: Die sogenannten sekundären Geschlechtsmerkmale entwickeln sich.
00:22:38: Bei einem Kater zieht sich dieser reife Prozess bis zum dritten Lebensjahr hin.
00:22:44: Ein Kater wird größer und kräftiger als eine Katze.
00:22:49: Sein Hals ist stärker gebaut.
00:22:52: In seinem Gesicht entstehen Katerbacken, kleine Fettpolster, die den Kopf größer und runder wirken lassen.
00:23:01: Weibliche Tiere bleiben meist schlanker.
00:23:05: Ihr Kopf ist schmal und dreieckig.
00:23:09: Auch das Verhalten unterscheidet sich deutlich.
00:23:13: Kater verteidigen ihr Revier stärker.
00:23:16: Sie spritzen Urin und reiben sich an vielbesuchten Punkten.
00:23:21: Eindringlinge vertreiben sie mit Drohgebärden.
00:23:25: Kater streunen häufiger.
00:23:28: Auf der Jagd oder auf der Suche nach einem paarungsbereiten Weibchen bleiben sie bisweilen mehrere Tage von zu Hause fort.
00:23:37: Kehren sie zurück, suchen sie oft Trost, Futter oder einen ruhigen Schlafplatz.
00:23:46: Mit zunehmendem Alter werden spielerische Raufereien zu echten Kämpfen.
00:23:53: Die jungen Männchen wollen ihre Stärke beweisen.
00:23:57: Etwa zwischen dem zehnten und dem vierzehnten Lebensmonat verlassen sie ihre Gruppe.
00:24:04: Kastrierte Männchen bleiben hingegen meist bei ihren Schwestern.
00:24:08: und fügen sich in das Familienleben ein.
00:24:12: Das Revier eines ausgewachsenen Katers ist ungefähr dreimal so groß wie das einer Katze.
00:24:20: Für eine Katze richtet sich die Größe ihres Gebietes nach dem Nahrungsangebot für sich und ihre Jungen.
00:24:29: Dem Kater kommt es darauf an, genügend pahrungsbereite Partnerinnen zu finden.
00:24:34: Mit zunehmender Reife dehnt er sein Revier weiter aus.
00:24:40: Daher eignet sich ein Weibchen oft besser als Haustier, denn es bleibt auch nach der Geschlechtsreife im vertrauten Gebiet und benötigt weniger Raum.
00:24:51: Eine Katze verträgt Ortswechsel jedoch meist schlechter als ein Kater und reist ungern.
00:24:58: Beim Spielen ist sie oft weniger grob.
00:25:02: Etwa anderthalb Jahre nach der Geburt werden viele Katzen ruhiger und spielen weniger.
00:25:10: Dabei gibt es große Unterschiede zwischen einzelnen Tieren und verschiedenen Rassen.
00:25:16: Ausgewachsene Wohnungskater zeigen sich häufig anhänglicher und gelassener, als Katzen, die unabhängiger wirken und fremden gegenüber zurückhaltender sind.
00:25:29: Diese sanfte Art vieler Kater führte zum Begriff Schmusekater.
00:25:35: Fachleute machen dafür die Hormonschwankungen während des Östrus bei unkastrierten Katzen verantwortlich.
00:25:43: Beim Kater bleibt der Hormonspiegel weitgehend konstant.
00:25:48: Wird eine Katze kastriert, gleicht sich das Verhalten an.
00:25:53: Und das Zusammenleben wird für Mensch und Tier meist harmonischer.
00:25:59: Instinkt und Lernverhalten.
00:26:02: Katzen können gut lernen und sich viel merken.
00:26:06: Sie wissen, welche laute Menschen dazu bringen, ihre Wünsche zu erfüllen.
00:26:11: Tiere, die frei herumlaufen, behalten ihr Revier, bekannte Artgenossen und gefährliche Hunde im Gedächtnis.
00:26:20: Ihr associatives Gedächtnis verknüpft neue Aufgaben mit früheren Erfahrungen.
00:26:27: So erkennen sie Zusammenhänge und nutzen dieses Wissen.
00:26:32: Bei der Geburt bringen Katzen gewisse Fähigkeiten mit.
00:26:37: Viele Verhaltensweisen müssen sie jedoch erst üben.
00:26:41: etwa das Jagen oder den Gang zur Katzentolette.
00:26:45: Mutterkatzen mit Zugang ins Freie beginnen ungefähr in der dritten Lebenswoche ihrer Jungen mit dem Jagdunterricht.
00:26:55: Zuerst fressen sie tote Beutetiere vor den Kleinen.
00:26:59: Später bringen sie lebende Beute, töten sie und teilen das Fleisch.
00:27:06: Schließlich überlassen sie die noch lebende Beute dem Nachwuchs.
00:27:11: Junge Katzen ohne jagende Mutter lernen das.
00:27:14: Beute fangen meist nie.
00:27:16: Sie üben stattdessen mit Spielzeug wie Stoffmäusen, Garnspulen oder zerknülltem Papier.
00:27:24: Auch das Vergraben von Urin und Kot gehört zum Alltag.
00:27:28: Nur das ranghöchste Tier in einem freien Verband verzichtet darauf und markiert so das Gebiet.
00:27:35: Da Hauskatzen ihren Menschen oft als Anführer ansehen, Akzeptieren sie das Katzenklo meist problemlos.
00:27:43: Manche Katzen öffnen Türen.
00:27:46: Sie verstehen, wie eine Türklinke funktioniert.
00:27:49: Studien zeigen jedoch, dass sie Ursache und Wirkung nicht immer eindeutig verknüpfen können.
00:27:57: Wie sie diese Fähigkeiten entwickeln, ist bisher kaum erforscht.
00:28:02: Katzen jagen aus dem Hinterhalt.
00:28:05: Sie beobachten ein Problem genau.
00:28:08: Blenden Nebensachen aus und können abstrakt denken.
00:28:12: Dabei prüfen sie, ob sich der Aufwand einer Aufgabe lohnt.
00:28:17: Katzen lassen sich auf bestimmte Verhaltensweisen konditionieren.
00:28:22: Sie können ihren Namen erkennen.
00:28:24: Der Name sollte vor allem in angenehmen Situationen fallen, zum Beispiel beim Füttern oder Streicheln.
00:28:32: Zum Tadeln eignet er sich weniger.
00:28:36: Auch andere Signale lassen sich trainieren.
00:28:40: So können Menschen unerwünschte Handlungen unterbrechen.
00:28:44: Mit einem Klicker klappt das ähnlich wie beim Hund.
00:28:48: Fachleute für Tierverhalten empfehlen diese Methode als geistige Beschäftigung für Wohnungskatzen.
00:28:56: Wieder auffinden verlorener Katzen.
00:28:59: Viele vermisste Katzen tauchen wieder auf.
00:29:03: Eine Untersuchung ergab, Einundsechzig Prozent der erfassten Tiere wurden innerhalb von zwölf Monaten lebend gefunden.
00:29:14: Vierunddreißig Prozent waren bereits nach sieben Tagen zurück.
00:29:19: Die Entfernung zwischen Fundort und Ausgangspunkt fällt sehr unterschiedlich aus.
00:29:26: Dreiviertel aller Katzen wurden in einem Umkreis von rund fünfhundert Metern entdeckt.
00:29:33: Es gibt jedoch Einzelfälle, in denen Tiere mehr als achtzig Kilometer zurücklegten, um ihr Zuhause zu erreichen.
00:29:42: Solche weiten Strecken sind über Zeiträume von wenigen Tagen bis zu mehreren Jahren dokumentiert.
00:29:50: Berichte im Internet nennen sogar Distanzen von über zweitausend Kilometern.
00:29:57: Diese Angaben lassen sich wissenschaftlich nicht belegen.
00:30:01: weil die Katzen zwar einen implantierten Identifikationschip trugen, aber kein globales Satelliten-Positionierungssystem.
00:30:11: Ganz ausschließen lässt sich die Möglichkeit solcher Leistungen dennoch nicht.
00:30:18: Eine weitere Studie zeigt, regelmäßiges Suchen vor Ort erhöht die Chance, eine vermisste Katze wiederzufinden deutlich.
00:30:28: Wer Suchgänge mit Flugblättern und dem Einsatz sozialer Medien kombiniert, verbessert die Aussichten zusätzlich.
00:30:37: Die vorliegenden Berichte machen klar, dass Katzen nicht nur überleben können, sondern auch weite Strecken zurücklegen, um nach Hause zu gelangen.
00:30:47: Die Fachliteratur unterstützt die Annahme eines ausgeprägten Heimfindeinstinkts, der selbst über große Entfernungen und lange Zeiträume wirkt.
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